Shabbatimpuls – Der Adler und die Gerechtigkeit Gottes

adler-339125_960_720

Wenn ihr aber ausharrt, indem ihr Gutes tut und leidet, das ist Gnade bei Gott. Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt; der keine Sünde getan hat, auch ist kein Trug in seinem Mund gefunden worden, der, geschmäht, nicht wieder schmähte, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet; der unsere Sünden an seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen hat, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch dessen Striemen ihr geheilt worden seid. Denn ihr gingt in der Irre wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen.

1.Petrus 2, 20b-25

Es berührt mich sehr wenn ich darüber nachdenke, was Jesus alles ertragen und auf sich genommen hat, was mir nach meiner persönlichen Moralvorstellung für ihn einfach ungerecht erscheint. Er, der als einziger Mensch ohne Sünde war, der seine Herrlichkeit beim Vater aufgegeben hat, der alles getan und alles gegeben hat, bis zum Schluss am Kreuz, damit wir Vergebung erfahren, Heilung und in Ewigkeit die Wiedervereinigung mit dem Vater erleben dürfen. Es gibt keine Rechtfertigung oder Relativierung dafür, dass der Jubel und die Dankbarkeit der Menschheit nach seinem Einzug in Jerusalem, wieder so weitreichend verstummt ist (auf den nachfolgenden Verlauf der Menschheitsgeschichte bezogen). Aber Jesus hat tatsächlich alle seine Rechte in die Hände des Vaters gelegt und war bereit jede noch so himmelschreiende Ungerechtigkeit und Schmähung zu ertragen.

Dann schaue ich auf mein eigenes Leben. Was mir persönlich sehr schwerfällt, ist es zu ertragen, wenn Menschen für ihr Handeln keine Verantwortung übernehmen und ihre eigenen Fehler Anderen zuschieben. Oft ist das dann ja auch noch mit Unwahrheiten, Manipulation, Egozentrik und ziemlich verkümmerter Reflexionsfähigkeit verbunden – wenn ich dann auch noch persönlich involviert bin, finde ich das fast unerträglich. Es kann sein, dass es mir gelingt ganz gut damit umzugehen, dass ich die Sachlage passend analysiere, einen Schritt zurück mache, mich nicht auf die ungesunden Strukturen einlasse, mit denen ich dann konfrontiert bin und aufpasse was ich sage. Es kann aber auch vorkommen, dass ich impulsiv reagiere, aus dem Bedürfnis heraus richtig zu stellen, was hier meiner Meinung nach gerade gehörig schief läuft. Ich bringe die Dinge dann klar auf den Punkt, was ich nicht positiv meine – weil es einfach nicht positiv ist, jemandem etwas um die Ohren zu hauen, wenn er es auf die einfühlsame Art nicht versteht. Ich rede nicht davon, dass es nicht auch Momente gibt, in denen Aspekte unmissverständlich angesprochen werden müssen, sondern davon, sie lieblos oder verletzend zu äußern, einfach weil sie war sind. Ich wachse in dieser Sache – nicht so schnell wie ich das gerne hätte aber ich wachse.

Das ist natürlich lediglich ein Beispiel dafür, wann ich persönlich intensiver mit diesem Thema konfrontiert bin – für dich mögen in Sachen Fairness oder auch Ungerechtigkeit ganz andere Schwerpunkte wichtig sein. Was wir aber gemeinsam haben ist die Tatsache, dass Jesus, unser Herr und Erlöser, alle seine Rechte abgelegt hat, weil ihm nur wichtig war zur Ehre des Vaters zu leben. Was für eine Liebe und Hingabe. Bei ihm ging das sogar soweit, dass er selbst in Momenten in denen er zornig oder traurig war (im Sinne von verletzt), nie von der Herzenshaltung Gottes abgewichen ist. Es spielte für ihn einfach nicht die entscheidende Rolle, ob das womit er auf der Erde konfrontiert war, für seine eigene Person oder für seine Bedürfnisse fair war. Versteh mich bitte nicht falsch, ich weiß natürlich nicht in welchen Umständen du persönlich steckst. Vielleicht ist es für dich ja gerade dran, deinen Mund aufzumachen und nicht mehr immer alles hinzunehmen was man dir überstülpt. Dann ist das wichtig und du solltest dich dieser Herausforderung stellen.

Aber in den meisten anderen Fällen ist diese Schriftstelle eine Ermutigung an dich und mich, dass es gar nicht so schlimm ist Ungerechtigkeiten auszuhalten. Das wir dadurch nicht zu Opfern werden oder zu Feiglingen und Marionetten unserer Mitmenschen. Das wir unsere Rechte in Gottes Hand abgelegt haben und darauf vertrauen sollten, dass er sich um unsere Belange kümmert. Wir sollen für die Wahrheit und für Gerechtigkeit einstehen. Wir sollen Andere beschützen wenn sie leiden und der Willkür böser Menschen ausgesetzt sind. Aber wir dürfen auch darauf vertrauen, dass sich Gott persönlich und langfristig um alle unsere Angelegenheiten kümmern wird. Wir schlucken nicht einfach, wir vertrauen darauf, dass der Vater weiß was zu tun ist. Manchmal bedeutet das, dass das was wir gerade selber als angemessen empfinden etwas ist, dass wir loslassen sollten.

Es gibt mehrere unterschiedliche Gründe warum ein Wachstumsprozess in diese Richtung wichtig ist. Zwei davon möchte ich kurz aufführen. Die Gerechtigkeit aus dem Fleisch, die für uns individuell wichtig scheint, ist bei allem Verständnis dafür, klein und vielfältig. Klein weil es einen größeren, göttlichen Gesamtkontext gibt und vielfältig, weil es immer etwas geben wird, dass menschlich gesehen ungerecht für uns ist. Man kann sich das wie unzählige kleine Körner in einem Hühnergehege vorstellen. Wenn wir uns darauf konzentrieren, fangen wir an damit vergleichbar beschäftigt zu sein, wie Hühner die beständig ihre Körner picken. Aber Gott hat uns eine neue, viel majestätischere Identität zugedacht – die eines Adlers. Ein Adler im Hühnergehege sollte verstehen, dass sich sein Leben nicht mehr um das tägliche Körnerpicken dreht und dass es seine Bestimmung ist, seine Schwingen auszubreiten und zum Himmel emporzusteigen. Wenn er nun immer weiter und weiter diese Gerechtigkeitskörner pickt, wenn er am Boden bei all den Hühner im Gehege bleibt und sich nicht in die Lüfte erhebt, was bringt es ihm dann ein Adler zu sein? Letztlich gleicht sein Leben bloß dem, eines ziemlich schicken Huhnes.

Der zweite Grund ist die Tatsache, dass wenn wir mit unserer eigenen Gerechtigkeit beschäftigt sind, keine Kapazitäten für Gottes Gerechtigkeit mehr haben. Jesus Christus, der Sohn Gottes war als Mensch auf dieser Erde und in seinem Sein als Mensch, hat er die Erlösung für jeden einzelnen anderen Menschen erwirkt, der sein Opfer annimmt und ihm folgt. Nahezu unbegreiflich gigantisch, oder?! Dieses gewaltige Ziel konnte er aber nur dadurch erreichen, dass er sich selbst verleugnet und vollkommen der Gerechtigkeit Gottes verschrieben hat.

Wenn du dir mit diesen Gedanken im Kopf den obigen Bibelabschnitt noch mal durchliest wirst du merken, dass das was sich zuerst wie eine Verpflichtung oder ein Opfer anhört, in Wirklichkeit ein Wegweiser in eine unbeschreibliche Dimension der Freiheit ist! Eine Dimension, in der wirklich ALLES für dich möglich ist! Hier erlebst du Wunder, hier wirst du Teil der Geschichte, die Gott mit seiner Schöpfung schreibt.

Es ist eine enorme Herausforderung aber bist du bereit, deine persönliche Gerechtigkeit abzugeben und Gottes Gerechtigkeit zum Zentrum deiner Sehnsüchte und deines Strebens zu machen? Glaubst du dass Gott wirklich in Kontrolle ist und den Überblick hat, was das Richtige ist? Dann halte diesen Punkt auf deiner Reise fest und strecke dich danach aus! Einer der nächsten Schwerpunkte die dann auf dich zukommen werden, wird ziemlich sicher etwas mit dem Thema Liebe zu tun haben. Sei gesegnet mein Freund.

©impulscafe.wordpress.com

Die Bibelverse sind der Rev.Elberfelder Übersetzung entnommen. Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat und du noch weitere spannende und herausfordernde Impulse mitbekommen möchtest, darfst du „impulscafe“ gerne auf Facebook liken. So bleibst du garantiert auf dem Laufenden! https://www.facebook.com/likedavid76/?ref=aymt_homepage_panel  – alternativ kannst du diesem Blog natürlich auch auf WordPress folgen! Für Fragen, Feedback, Anregungen etc., darfst du dich gerne per Mail mit mir in Verbindung setzen: impulscafe@gmx.de

Advertisements

Ein Gedanke zu “Shabbatimpuls – Der Adler und die Gerechtigkeit Gottes

  1. Pingback: Der Adler und die Gerechtigkeit Gottes | Christliche Blogger Community

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s